Als Zahnspezialist sieht man leider häufig Tiere, die seit Jahren mit einer Zahnfraktur oder Zahnfleischproblematik leben und trotzdem normal fressen. Obwohl man davon ausgehen muss, dass Zähne und Zahnfleisch bei unseren Haustieren genauso empfindlich sind wie bei uns Menschen, zeigen Tiere viel später als wir deutliche Symptome.


  • Worauf kann ich als Tierhalter achten?

    Je besser man sein Tier kennt und auch selbst die Maulhöhle anschauen darf, desto eher erkennt man die Probleme, die häufig bei Krankheiten der Maulhöhle und Zähne auftreten, und kann diese bei einem Tierarztbesuch abklären lassen:

  • Unangenehmer Geruch aus dem Maul

  • Veränderungen der Farbe oder der Form des Zahnfleischs

  • Veränderungen der Farbe und Form der Zähne

  • Vermehrter Speichelfluss

  • Veränderung im Fressverhalten

  • Veränderungen im Spielverhalten

  • In welchem Alter sollte man das erste Mal die Zähne kontrollieren lassen?

    Zahngesundheit beginnt schon im Welpenalter mit einer regelmäßigen Kontrolle des Milchzahngebisses und später des Zahnwechsels. Bei Tieren ist vor allem die Funktionalität des Bisses wichtig. Das bedeutet, dass das Tier ohne Schmerzen fressen, trinken und spielen kann und ästhetische Aspekte keine Rolle spielen sollen. Schon bei der Welpenabnahme bzw. beim ersten Tierarztbesuch sollten der Biss und die Zähne kontrolliert werden. Gerade bei Jungtieren kann durch einfache Therapiemaßnahmen viel erreicht werden.

  • Wie oft muss bei meinem Tier eine Zahnsanierung durchgeführt werden?

    Dafür gibt es keine allgemein gültige Regel. Je nach Kopfform, Speichelzusammensetzung, Ernährung etc. entwickelt ein Tier mehr oder weniger Zahnprobleme. Bei den kleinen Heimtieren (Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Nagern) kann es notwendig sein monatlich Zähne zu kürzen und Spitzen zu entfernen. Manche Hunde und Katzen kommen mehrmals im Jahr, um Zahnstein entfernen und danach die Zähne polieren zu lassen. Wichtig ist, Prophylaxe ist die beste Therapie. Und zur Prophylaxe tragen die Tierbesitzer maßgeblich bei, wenn es Ihnen gelingt (am besten täglich) die Zähne Ihres Hundes oder Ihrer Katze zu putzen. Durch das tägliche Putzen kann nur Plaque (also der erste Belag, der auf der Zahnoberfläche innerhalb weniger Minuten entsteht) auf der Zahnoberfläche entfernt werden. Wird dieser Belag nicht entfernt, bildet sich nach wenigen Tagen schon wieder der erste Zahnstein und nach wenigen Wochen sind schon wieder bräunliche Beläge auf den Zähnen zu sehen.

  • Warum muss die professionelle Zahnreinigung in Narkose durchgeführt werden? Und wieso werden Röntgenbilder gemacht?

    Im Wachzustand kann bestenfalls der offensichtliche Zahnstein an den Zahnkronen „weggekratzt“ werden, allerdings hat dieser keine klinische Relevanz. Der wichtigste Faktor der professionellen Zahnhygiene ist die Reinigung der Zahnfleischtaschen am Zahnhals, wo sich sonst die Entzündung in die Tiefe ausbreiten kann. Und genau diese Reinigung ist am wachen Tier nicht möglich, weil es wie auch bei uns Menschen etwas unangenehm sein kann.

    Außerdem gehört zu einer gründlichen Befunderhebung nicht nur die Untersuchung jedes einzelnen Zahnes mit der Parodontalsonde, sondern auch die Kontrolle der nicht einsehbaren Strukturen wie z.B. der Zahnwurzeln, des Zahnhalteapparates und der Kieferknochen. Diese sind nur mit Hilfe von Röntgenaufnahmen beurteilbar. Studien haben gezeigt, dass ohne diese Röntgenaufnahmen, viele Erkrankungen übersehen werden. Daher sind diese Röntgenbilder für Zahnspezialisten unbedingt notwendig.


Unsere Leistungen:

  • Welpen- und Jungtiercheck (auf vollzähliges Milchzahn- bzw. bleibendes Gebiss, röntgenologische Kontrolle der Zahnanlagen bleibender Zähne, korrekten Biss…)

  • Prophylaxe (professionelle Zahnreinigung, Beratung zum Thema Zähne putzen und der Fütterung…)

  • Zahnerhaltende Maßnahmen (Vitalamputation, Wurzelkanalbehandlung…)

  • Kieferorthopädie (Balltherapie, Aufbissplatten, Dehnschrauben, Kronenelongation…)

  • Chirurgie (Zahnextraktionen, Wurzelspitzenresektion, Kieferfrakturversorgung, Abklärung und Exzision von Tumoren…)

  • Prothetik (Kronen…)

  • Kleine Heimtiere (Schneide- und Backenzahnkorrektur, Zahnextraktion, Abszessspaltung, Tumorexzision…)


Unser Op ist u.a. ausgestattet mit:

  • modernstem Monitoring zur Überwachung der Vitalparameter während der Narkose (EKG, Pulsoxymeter, Kapnographie, Thermometer, BD-Messgerät…)

  • Gasnarkose, falls notwendig Lokalanästhesie

  • professioneller Zahneinheit inkl. Ultraschallscaler

  • und natürlich digitalem Dentalröntgen